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Selmair Spielzeug, das spezielle Fachgeschäft im Donau-Einkaufs-Zentrum für die Kleinen
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So funktionieren wir nicht

Regensburg. (utp) Selmair Spielzeug in der Regensburger Altstadt steht seit über 30 Jahren aus Überzeugung für richtig gutes Spielzeug. Mit Inhaber Dieter Selmair sprach der renommierte Fachjournalist Ulrich Texter.

UT: Herr Selmair, wie steht es um die Qualität des Spielzeugs und des Spielwarenhandels?
Selmair: Es ist doch eine Tatsache, dass die Kinderzimmer überschwemmt werden mit „so genanntem Spielzeug“, das in erster Linie die Kinder ruhig stellen soll. Worum geht’s denn eigentlich? Um die Kinder? Ist es nicht völlig schräg, wenn unsere Gesellschaft die Allerkleinsten vor die Glotze setzt, statt sich Zeit für Ihren Nachwuchs zu nehmen, um mit ihm zu Spielen? Vor allem in den ersten Lebensjahren kann man da vieles falsch machen.

UT: Was meinen Sie damit?
Selmair: Unser unfertiges Gehirn ist darauf ausgelegt, mit allen Sinnen zu lernen: Fühlen, riechen, schmecken, hören, sehen. Haben Sie schon einmal einen Menschen gesehen, der erst eine Differentialrechnung lernt und danach die Stimme, den Geschmack und Geruch seiner Mutter entdeckt? So funktionieren wir nicht!

UT: Was ist denn aber richtig gutes Spielzeug?
Selmair: Spielzeug ist gut, wenn es möglichst viele Sinne anspricht, einfache, möglichst natürliche Materialien verwendet, wenn es ehrlich und wahrhaftig ist. Damit meine ich, dass Ursache und Wirkung nachvollziehbar ist und vor allem, wenn es den Kindern Freiraum für ihre eigene Fantasie lässt. Dieses Reiz-Reaktions-Spielzeug, ich drücke diesen Knopf und dann passiert das, das treibt mich auf die Palme. Es lernt den Kindern, hinzunehmen. Wollen wir das? Seit einigen Jahren treibt auch noch der PISA-Schock bunte Blüten. Alles soll plötzlich fördern und zwar in erster Linie die kognitiven Fähigkeiten. Am besten, man gibt zu einem Spielzeug gleich die Aufnahmegarantie für die Uni dazu.

UT: Und das ist schlimm, wenn Spielzeug fördert?
Selmair: Wirklich gutes Spielzeug fördert die Kinder, das lässt sich gar nicht verhindern. Aber doch nicht nur den Verstand. Wo bleiben Sozialverhalten und Kreativität? Wir dürfen doch nicht schon Vierjährige in die Tretmühle der totalen Leistungsfixierung zwängen. Kinder lernen, weil sie spielen, aber sie spielen nicht, um zu lernen.

UT: Wie konnten Sie bei diesem Anspruch 25 Jahre durchstehen?
Selmair: Es gibt viele Eltern, die ganz gezielt gutes Spielzeug wollen, auch heute noch. Das ist eine Frage des Bewusstseins, eher selten eine Frage des Geldbeutels.

UT: Und Regensburger Eltern haben noch dieses aufgeklärte Bewusstsein?
Selmair: Offensichtlich, aber wir haben inzwischen auch viel Interessantes für Erwachsene, die selbst noch gerne spielen und sich mal etwas für die Seele gönnen möchten. Menschen, die Spielen als Bestandteil unserer Kultur begreifen, sind unsere Kunden.

UT: Herr Selmair, vielen Dank für das Gespräch

 
 
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